Insektenstiche

Wer kennt es nicht, kaum sind die Tage wärmer und die Nächte lauer, tauchen sie auf, die kleinen Plagegeister: Mücken, Bremsen, Flöhe, Wespen und Bienen! Sie können uns so manches verderben, den lauen Sommerabend, den Kaffee auf der Terrasse oder den Campingurlaub am See. Bis in den Herbst hinein gilt es dann, im Besonderen für Allergiker, den kleinen stechenden Tieren mit Vorsicht zu begegnen.

Mücken: zur Entwicklung ihrer Eier braucht das Weibchen Blut. Sie stechen besonders gern in der Dämmerung und in der Nacht.

Bremsen: bei diesen Fliegen ist auch hier nur das Weibchen zu fürchten.

Flöhe: sie werden meistens von Hunden und Katzen übertragen und verursachen viele nahe beieinanderliegende Einstiche.

Wespen und Bienen: ihre Stiche sind sehr schmerzhaft, da sie beim Stechen ein Gift in die Haut abgeben.

Zecken: zählen zu den Spinnentieren. Sie spielen eine besondere Rolle bei der Übertragung von Krankheiten.

Der Stich des Insekts löst häufig einen stechenden Schmerz aus. Bei Wespen und Bienen kann häufig noch der Stachel in der Einstichstelle stecken, der natürlich gleich zu entfernen ist. Nach dem Einstich kommt es zu einer Rötung, Schwellung und zum Juckreiz an der Stichstelle.

Als erste Hilfe gilt: kühlen Sie die Stelle mit kaltem Wasser oder kalten Umschlägen. Das nimmt den Schmerz und lindert die Schwellung. Nicht kratzen - das kann zu Infektionen führen. Versuchen Sie mal alte Hausmittel, wie Spucke, Zwiebel-, Apfel- oder Gurkenscheiben oder hochprozentigen Alkohol (Vorsicht! es könnte brennen). Antiallergische Salben oder Tabletten lindern die Schwellung und den Juckreiz. Auch homöopathische Kügelchen, z.B. Apis D12, können eine erhebliche Linderung bewirken.

Für die meisten Menschen sind Insektenstiche harmlos. Der Juckreiz klingt nach einigen Tagen ab und Infektionen treten selten auf. Gefährlich können Stiche im Mundbereich werden. Hier kann es zu Einengungen im Kehlkopf oder Luftröhrenbereich kommen. Jetzt ist sofort eine notärztliche Versorgung nötig. Als erste Maßnahme kann mit Eiswürfeln gekühlt (lutschen, gurgeln) werden.

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung sind allergisch gegen das Gift von Wespen und Bienen, für sie kann jeder Stich lebensgefährlich werden.

    Abhängig vom Ausmaß der Allergie kommen folgende Beschwerden vor:
  • um die Einstichstelle tritt eine besonders starke Rötung und Schwellung auf
  • Atemnot und Kreislaufprobleme sind bereits Anzeichen einer heftigen allergischen Reaktion
  • Die heftigste Reaktion ist der anaphylaktische Schock - er ist lebensbedrohend und bedarf sofortiger ärztlicher Maßnahmen.

Insektenstichallergiker sollten einen Notfallausweis und Notfallmedikamente ständig bei sich tragen. Wer darunter leidet, sollte eine Hyposensibilisierungsbehandlung durchführen lassen. Dabei werden kleine Mengen des entsprechenden Insektengiftes in steigenden Gaben dem Körper zugeführt, so dass er sich allmählich an das Gift "gewöhnt". Zur Abwehrsteigerung eignen sich auch Zink-Präparate bzw. Wirkstoffe, die allergische Reaktionen mindern.

Grundsätzlich gilt: Vorbeugen ist besser. Kleidung ist der beste Schutz. Besonders abends langärmlige Kleidung und lange Hosen, vorzugsweise in gedeckten Farben tragen. Verzichten Sie auf starke Parfüms und Deos, das lockt besonders Insekten an. Wespen und Bienen greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen, deshalb nicht nach ihnen schlagen. Laufen Sie nicht barfuß über Wiesen. Insektenabweisende Mittel werden direkt auf die Haut aufgetragen und sollen durch ihren Geruch Insekten vertreiben. Chemische Stoffe sind etwas 4-6 Stunden wirksam, aber häufig für Kinder nicht geeignet. Mittel auf pflanzlicher Basis sind auch bei kleineren Kindern anwendbar, verflüchtigen sich aber schneller und können unter Umständen Hautreaktionen hervorrufen. Elektrische Insektenabwehr wie Elektroverdampfer mit Insektiziden sind wirkungsvoll, jedoch bedenklich wegen möglicher Gesundheitsschäden, ebenso wie andere insektizidhaltige Kerzen oder Raumsprays. Mückenpiepser, die akustische Signale aussenden, sind in ihrer Wirksamkeit umstritten.

Wir hoffen ein paar Tipps sind auch für Sie von Nutzen und wünschen Ihnen einen schönen und insektenarmen Sommer.

Regine Becker  
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